Ein Jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde

Dies sind die weisen Worte Salomo und sie treffen damals genauso zu wie heute – auch wenn es uns nicht gefällt. Wir erwarten etwas, möchten aber nicht darauf warten. Wir erhoffen etwas, wollen aber nicht länger ausharren. Wir greifen nach so vielem und glauben dankbar zu sein, für das, was wir erhaschen können. Doch ist die Sehnsucht nur für kurze Zeit gestillt, bevor die Frage nach dem WANN? erneut durchbricht; dem Zeitpunkt des wahren Glücks, dem Zustand dessen, was wir wirklich wollten.

Aber ist es nicht so, dass das Geschehen uns sehr wohl zeigt, dass die Zeit nicht reif ist, werden zu lassen, was begehrt wird? Und doch schreit unser Ego nach Befriedigung und will sofort sein Verlangen gestillt haben, lehnt sich zufrieden zurück, wenn es das Begehrte erreicht hat und mag keinen Gedanken daran verschwenden, dass es auch wieder genommen werden könnte. Wenn es dann geschieht, ist der Schmerz immens, das Verstehen darum nicht gegeben.

Egal, wie sehr es Sie nach einem Partner sehnt. Gleichgültig, wie stark Ihr Wunsch nach einer beruflichen Veränderung ist. Was immer Ihr Thema ist: betrachten Sie es nicht nur vom emotionalen Standpunkt aus, lassen Sie das Tosen der Wellen eines aufgeregten Gemüts sich erst einmal wieder legen und betrachten Sie die Angelegenheit ein wenig aus einem anderen Blickwinkel. Was nutzt Ihnen ein neuer Partner, wenn Sie selbst noch Vergangenes nicht verarbeitet haben und unter Umständen auch die auserwählte Person noch in privaten Kümmernissen steckt? Vielleicht würden Sie zusammenfinden, doch Sie würden direkt in eine gemeinsame Bewährungsprobe hinein rauschen und Ihre Gefühle hätten womöglich gar keine Zeit, sich dauerhaft zu entwickeln. Betrachten Sie die Situation an Ihrem Arbeitsplatz. Worin liegt der tatsäliche Wunsch des Fortgehens? Weil Ihnen die Nase der Kollegin nicht passt? Der Vorgesetzte Ihnen unfreundlich erscheint? Sie sich über etwas geärgert haben? Würde ein Fortgang wirklich dauerhaft etwas ändern? Womöglich trifft es Sie in der neuen Firma noch schlimmer?

Umso freudiger erreichen mich dann die Nachrichten meiner Klienten, die oftmals nach vielen Monaten einer Beratung sagen: „Wenn ich ehrlich bin, war ich damals noch gar nicht bereit für eine Partnerschaft (oder was auch immer begehrt wurde), auch wenn ich sie mir ersehnt habe. Aber nun, nun bin ich es.“ Auch diese Erkenntnis ist ein Schritt zum wahren Glück. Man kann im Leben nahezu alles erreichen, was man sich wünscht. Aber der Wunsch allein reicht nicht – auch die richtige Zeit ist wichtig, damit man die Erfüllung auch wirklich wahrnehmen kann.

Etwas erzwingen zu wollen, bringt kein dauerhaftes Glück. Davonlaufen ist nie die geeignete Alternative. Sich nur noch auf seinen Wunsch, seinen Willen zu konzentrieren, nimmt Ihnen allenfalls die Lebensfreude und beschert Tränen und Kummer, aber genau das möchten Sie doch gar nicht.

Ein Jegliches hat seine Zeit … Nutzen Sie diese, um auch Ihre Angelegenheiten zu klären, um Ihr Leben zu leben. Verharren Sie nicht im Wartehaus des Wunsches und der Hoffnung, sondern nutzen Sie diese Zeit für sich.

und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde … und diese wird dann, wenn es vorgesehen ist, auch im richtigen Moment für Sie schlagen.

Machen Sie’s gut!