Das wohl bekannteste, so genannte "kleine Kartendeck" nach Mlle. Lenormand besteht aus 36 Karten und bietet aufgrund der zahlreichen Einzeldeutungs- und Kombinationsmöglichkeiten Ein- und Ausblicke, mit denen so mancher gar nicht rechnet.

Gedeutet wird in verschiedenen Decks - je nach Fragestellung - wobei z.B. die "große Tafel" sämtliche Bereiche des Lebens abdeckt; sollte aufgrund der Kartenkonstellation ein bestimmtes Gebiet nicht ausreichend eingrenzbar sein, bietet sich in jedem Fall eine Einzellegung zu dem bestimmten Thema dann an - ein/e professionelle/r Kartenleger/in wird Sie darauf aufmerksam machen und nicht anfangen zu "orakeln“.

Wer war Mlle. Lenormand?

Es gibt ein weites Spektrum an Büchern über Mlle. Lenormand, sodass ich mich an dieser Stelle nur auf einige Eckdaten beziehen möchte:

Marie Anne Adelaide Lenormand, geboren am 27. Mai 1772 in Alencon, ist mithin die berühmteste Kartenlegerin und als Sibylle in Paris in die Geschichte eingegangen. Nach Besuch der Klosterschule ging sie nach Paris, wo sie in Madame Gilbert eine Lehrerin fand, die sie in der Kunst des Wahrsagens unterrichtete. Ungefähr 1797 eröffnete Mlle. Lenormand ihre eigene "Wahrsagepraxis", legte für das einfache Volk wie auch für wichtige Persönlichkeiten jener Zeit die Karten. Gerade letzteren verdankte sie es immer wieder, dass sie nach kurzen Inhaftierungen wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, weil Kartenlegen und Wahrsagen gesetzlich verboten war. Eine ihrer populärsten Voraussagen war der Aufstieg und Fall von Napoleon.

Mlle. Lenormand ließ sich ihre Dienste gut bezahlen und schuf sich dadurch die Möglichkeit, sich mehrere Häuser zuzulegen. Auch veröffentlichte sie Schriften über ihre Arbeit und ihr Leben.

Im Alter von 71 Jahren (am 25. Juni 1843) verstarb Mlle. Lenormand in Paris.